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Außerirdisch schön: Bodensee – Interview mit Achim Mende

Ein Weltenbummler am Bodensee: Ein Blick in die Welt von Star-Fotograf Achim Mende

Es ist ein Anblick, der fasziniert: Die Wallfahrtskirche Birnau ist in Schnee gehüllt. Über dem Kirchturm erstrahlen mehre, immer größer werdende Lichtkreise, die an Heiligenscheine erinnern. Und im Nachthimmel fliegen tausende von Sternschnuppen. Das ist aber nicht das Ergebnis eines göttlichen Ereignisses, sondern ein Foto von Achim Mende. Aktuell inszeniert der Fotograf im Rahmen des Projekts „Außerirdisch schön“ Sehenswürdigkeiten am Bodensee, als kämen sie von einem anderen Stern.

Bekannt wurde der heute in Überlingen lebende Mende vor allem durch seine spektakulären Luftaufnahmen von der Bodenseeregion und sein Projekt BW360, bei dem er lange vor Google Street View erst Gemeinden am Bodensee und später in ganz Baden-Württemberg in 360-Grad-Panoramafotografie festgehalten hat. Mittlerweile ist Mende längst ein leuchtender Stern am Fotografenhimmel, der für Aufträge um die ganze Welt reist.  

Im Interview spricht Achim Mende über seine Fotoreihe „Außerirdisch schön“, erklärt, wieso der Bodensee seine Wahlheimat geworden ist und erzählt uns eine Anekdote über einen Mönch mit Videobrille.

Bei so einem Bild staunt selbst Winfried Kretschmann (links). Achim Mende (rechts) überreicht dem BW-Ministerpräsident eines der ersten Bilder der Reihe "Außerirdisch schön".

Der Bodensee: Wahlheimat und Paradies für Fotografen

Herr Mende, wenn man im Lexikon den Begriff „Weltenbummler“ nachschlägt, könnte auch gut ein Bild von Ihnen auftauchen. Sie sind in Bayern geboren, haben die Hitze der Sahara erlebt und die Kälte der Arktis gespürt, haben die wunderschöne Natur in Afrika fotografiert und sind mit einem selbstgebauten Motorgleitschirm über den Ärmelkanal geflogen. Und dennoch haben Sie den Bodensee als Ihre Heimat gewählt. Wieso?

Obwohl ich 16 Jahre in Augsburg gelebt habe und große Teile der Welt gesehen habe, habe ich mich 2003 entschieden, am Bodensee zu leben – und habe es bisher keinen Tag bereut. Am schönsten war es zu sehen, wie meine Kinder in diesem Naturparadies aufgewachsen sind und sie beim Spielen auf dem Landungssteg in Nußdorf zu beobachten. Der Bodensee bietet aber nicht nur höchste Lebensqualität, sondern ist auch ein Paradies für Fotografen. Und das ist ja auch immer eine Herausforderung: Die Schönheit vor der eigenen Haustür zu sehen. Ich zitiere da gerne Martin Walser: „Der Bodensee liegt im Süden des Nordens“.

Ihr Ruf als Fotograf reicht schon seit langem über die Bodensee-Region hinaus. Aber wie hat Ihre fotografische Reise begonnen?

Meine Faszination für die Fotografie geht bis in meine Schulzeit zurück. Was meine Karriere angeht, war das Jahr 2006 ein Wendepunkt für mich. Ich habe Kameras an einem Helium-Ballon befestigt, mit denen ich bis zu einem Meter vor den Kirchturm der Basilika Birnau fahren konnte. Ich erinnere mich noch genau, wie der damalige Prior aus der Kirche eilte. Im ersten Moment dachte ich ‚jetzt gibt es Ärger‘. Aber der Mönch wollte lediglich die Videobrille aufsetzen, mit der man einen Blick durch die Fotokameras bekommt. Dort stand der Geistliche also mit seiner Mönchskutte und der Videobrille und sagte: „Das ist ein Blick von oben auf ein Stück Himmel auf Erden.“ Ein Moment für die Ewigkeit!

Durch die Kameras an dem Ballon sind Bilder der Birnau entstanden, die so keiner kannte. Daraufhin wollten viele Touristikverbände am Bodensee und in ganz Baden-Württemberg diese einzigartige Bildsprache. Das hat mir eindrucksvoll gezeigt: Meine Bilder bewegen Menschen.

Außerirdisch schön: Alles fing in der Wüste Sahara an

Aktuell bewegen Sie Menschen mit Ihrem Projekt „Außerirdisch schön“. In diesem inszenieren Sie einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten am Bodensee auf übernatürliche Weise. So erstrahlt über den Pfahlbauten ein heller Stern, die Imperia in Konstanz hat einen Heiligenschein bekommen und über dem Traubenwachturm in Hagnau hebt sich eine Lichtsäule gen Himmel. Erzählen Sie uns mehr über dieses Projekt.

Das Projekt „Außerirdisch schön“ kombiniert meine Leidenschaft für Fotografie und Innovation. Das war der Startpunkt dieser Fotoreihe. Ich habe nachts Drohnen mit Lampen über die Pfahlbauten fliegen lassen und habe die Aufnahmen im Anschluss bearbeitet. Dadurch sind spektakuläre Bilder entstanden. Eines davon war eben der hell leuchtende Stern über den Pfahlbauten.

Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Bodenseekreis hat mich der Landkreis beauftragt, 50 Highlights aus dem Bodenseekreis im gleichen Stil zu fotografieren. Mit dem Projekt „Außerirdisch schön“ bin ich aber auch weit über die Bodensee-Region aktiv.  Zu meinen Motiven gehören nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch Firmengebäude wie das ZF-Forum in Friedrichshafen, das Maschinenbauunternehmen Elma Schmidbauer aus Singen, IHK Hochrhein-Bodensee oder das Headquarter der Firma TRUMPF in Stuttgart. Es freut mich sehr, dass immer mehr Firmen bzw. Organisationen ihr Unternehmen in dieser Bildsprache präsentieren.

Mittlerweile brauche ich für ein solches Bild etwa einen Tag, aber bis ich zu dieser Routine gekommen bin, war es ein harter, steiniger Weg. Die Mühe ist es aber wert: Gerade in Zeiten von kurzlebigen Videos auf Social Media, ist es für mich der größte Genuss, wenn ich ein Foto kreiere, das Menschen minutenlang fesselt.

Wie gelingt es Ihnen, solche Bilder zu erschaffen?

Dafür muss ich etwas zurückgehen: Mein Schulfreund Micheal Martin, der übrigens ein bekannter Wüstenfotograf ist, und ich waren schon immer vom Sternenhimmel fasziniert. Aus diesem Grund sind wir sogar im Alter von 16 Jahren in die Sahara gereist, um den Sternenhimmel in seiner vollsten Pracht zu bewundern. Vor Ort haben wir eine Sternenwarte gebaut und gelernt, mit wenig Licht den Sternenhimmel zu fotografieren. Diese Fähigkeiten kamen mir dann beim Projekt „Außerirdisch schön“ zugute.

Ohne zu sehr in das Technische zu verfallen: Ich nutze für meine Fotos GPS-gesteuerte Drohnen, auf denen sich kleine Scheinwerfer befinden. Die Drohnen sind so eingestellt, dass sie – je nach Motiv – zum Beispiel einen Orbit um das Fotomotiv drehen. Diesen Flug halte ich mit meiner Fotokamera am Boden fest. Im Anschluss lege ich die Bilder übereinander, und nutze die neusten RAW-Konverter, um die Bilder so scharf wie möglich zu machen.

Hat die Drohnentechnologie Ihre Arbeitsweise verändert?

Drohnen haben die Fotografie nicht unbedingt einfacher gemacht, aber sie eröffnen neue Möglichkeiten. Die wahre Kunst liegt immer in der Bildidee, und wenn man sich Zeit nimmt, diese zu durchdenken, entstehen beeindruckende Fotos. Mir ist es wichtig, ein einprägsames Motiv zu fotografieren, das die Blicke auf sich zieht.

Das ist auch mein Tipp an angehende Fotografinnen und Fotografen: Habt immer eine Vision eures Bildes im Kopf, bevor ihr losgeht und ein Foto macht.

Denken Sie, es gibt Leben außerhalb unseres Planeten?

Ja, rein aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Aber das Projekt entstand ursprünglich von meiner Liebe zum Sternenhimmel und zur Astrofotografie. Die Reaktionen auf meine Bilder brachten schließlich den Namen “außerirdisch schön” hervor.

Der Blick von oben

Wir merken schnell: Sie sind ein experimentierfreudiger Mensch. Dennoch gibt es in Ihren Werken eine Konstante: Der Blick von oben – Warum?

Obwohl Luftaufnahmen nur ein Aspekt meiner fotografischen Arbeit sind, haben sie sich zu einem unverkennbaren Merkmal meiner Bilder entwickelt. Meine Begeisterung für den Blick von oben wurzelt tief in meiner Kindheit. Mein Vater, der bei der Bundeswehr mit Flugzeugen arbeitete, ermöglichte mir schon früh, die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Diese prägenden Erlebnisse entfachten meine Leidenschaft, die mich zum Gleitschirmfliegen brachte und schließlich in die Welt der Luftbildfotografie führte.

Welche neuen Projekte planen Sie für die Bodenseeregion?

Mein Fokus liegt aktuell darauf, das Projekt „Außerirdisch schön“ weiterzuführen, nicht nur hier, sondern weltweit. Aber in der Vierländerregion Bodensee werde ich in naher Zukunft den Leuchtturm Lindau oder den Säntis im gleichen Stil abbilden.

Urlaub am Bodensee: Das sind die Empfehlungen von Achim Mende

Wir sind schon sehr gespannt, wie Sie diese tollen Ausflugsziele am Bodensee in neuem Glanz erstrahlen lassen. Haben Sie allgemein Empfehlungen für Menschen, die Urlaub am Bodensee machen?

Ich empfehle definitiv ein Besuch auf der Insel Mainau, auch wenn die Blumeninsel natürlich schon berühmt ist. Obwohl ich kein ausgeprägter Blumenfan bin, begeistert mich das Naturparadies dennoch immer wieder aufs Neue.

Einer meiner Lieblingsplätze am Bodensee ist auch die Wallfahrtskirche Birnau bei Uhldingen. Die Basilika im Spätbarock-Stil in Kombination mit dem Blick auf den See und die Alpen machen die Birnau zu einem der herausragendsten Orte am Bodensee.

Eine weitere Empfehlung meinerseits wäre eine Schifffahrt mit den Bodensee-Schiffsbetrieben.

Insgesamt kann ich sagen: Auch wenn ich am Bodensee lebe, überrascht und begeistert mich seine Schönheit immer wieder. Mittlerweile erinnert mich das türkise Wasser des Sees fast an die Südsee.

Zur Person

Achim Mende, in Bayern aufgewachsen, ist ein renommierter Fotograf mit einem Auge für das Außergewöhnliche und den Blick von oben. Heute lebt er in Überlingen am Bodensee, doch seine Leidenschaft führte ihn in weite Teile der Welt, um atemberaubende Bilder einzufangen. Dabei hat er auch einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde (Guinness World Records) bekommen:  Achim Mende war der erste Mensch, der den Ärmelkanal mit einem selbstgebauten Motorgleitschirm überquert hat. Doch eines hat ihn immer wieder zurückgezogen: Der Bodensee, sein Zuhause, sein Herzstück und gleichzeitig sein ständiges Fotomotiv. Denn manchmal liegt das größte Abenteuer direkt vor der Haustür.

Sie wollen Ihre Attraktion, Gemeinde oder Unternehmen ebenfalls außerirdisch schön inszenieren? Dann kontaktieren Sie Achim Mende!

Achim Mende

Telefon:

Festnetz: +49 (0)7551-301689
Mobil: +49 (0)152-22681968

Mail:

info@bw360.de

Adresse:

Zur Pfrille 11
D-88662 Überlingen am Bodensee

Projekt Außerirdisch schön:

www.ausserirdisch-schoen.de

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