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Mehr Genuss am Bodensee: Restaurant KARRisma in Lindau

Last Updated on 29.05.2024 by Domenico

Der Ein-Mann-Armee-Koch

Ein Beitrag von Nico Klemann.

Bei der diesjährigen Verleihung der Michelin-Sterne war der Bodensee besonders gesegnet worden. Nicht nur das SEO Küchenhandwerk bekam einen zweiten Stern, auch in Lindau ging ein neuer auf – das KARRisma. Meine Begleitung, die es sich zum Ziel gemacht hatte, in jedem Sternerestaurant am Bodensee zu speisen, bestand sogleich auf einen Besuch.

Das KARRisma ist ein kleines, schickes Restaurant auf der Lindauer Altstadtinsel. Es ist angegliedert an das Hotel Adara, ein ebenso kleines und feines Boutique-Hotel. Klein ist ebenfalls das Restaurant-Team, denn Julian Karr erfüllt nicht nur die Rolle des Kochs, sondern auch die des Empfangs, die der Bewirtung und des Barkeepers und vermutlich, wenn man lieb fragt (und zahlt), auch die Rolle des Handwerkers, Maklers und Biographen.

Kurzum: Julian Karr schmeißt den Laden nahezu alleine als Ein-Mann-Armee. Zumindest tat er das eine ganze Weile, wie er im Gespräch verriet. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs hatte er dann doch eine zusätzliche Küchenkraft angestellt – seit Kurzem, wie es hieß – und gelegentlich würde auch die Familie helfen.

Nichtsdestotrotz hatte ich bisher noch nie so ein reduziertes Team-Konzept gesehen, schon gar nicht, wenn es um die Gastro geht, die – wenn man Gerüchten und Serien wie „The Bear“ glauben schenkt – doch eher tumultuös und stressig ist. Eine gewisse Skepsis war da, ob das gut gehen könne. Diese aber löste sich aber im Laufe des Abends auf, denn Karr verstand es hervorragendes Essen zu servieren, ohne Fauxpas oder lange Wartezeiten.

Überraschung wird groß geschrieben!

Ebenfalls faszinierend ist das Menükonzept. Der Gast hat die Wahl aus 5, 6, oder 7 Gängen. Was es gibt, das weiß der Genießer vorher nicht, denn die Gänge wechseln täglich, so dass kein Besuch dem vorherigen gleicht. Ein enormer Aufwand, der viel Planung erfordert aber sich sehen lässt.

Bei jedem Gang hat man den Eindruck, dass der Koch wirklich nur das serviert, was er selbst gerne isst. Die Gerichte sind eine bunte Gemengelage verschiedenster Geschmäcker, so facettenreich und wild gemischt, wie das Interieur des Restaurants. Serviert wird außerdem eine üppige Menge – meine Begleitung nahm 7 Gänge, ich 5, und wir konnten beide keinen nennenswerten Unterschied in der Portionsgröße erkennen (glücklicherweise schmeckte es sehr gut und meine Partnerin war sehr hungrig). Zusätzlich dazu achtet Karr auf Saisonalität – so konnten wir uns beispielsweise an kreativen Spargelgerichten erfreuen, etwa in Form eines Spargelsalats mit Passionsfrucht und einer Spargelcremesuppe nur aus Spargelspitzen und eingelegtem Spargel.

Gewisse Dauerbrenner scheint es allerdings doch zu geben, so erfuhren wir, dass in den Sommermonaten öfter mal eine Gurkensuppe ins Menü aufgenommen wurde, da diese sich sehr großer Beliebtheit erfreute.

Zugängliches und intimes Fine Dining

Mag das Menükonzept vielleicht im ersten Moment etwas verunsichern, so bleibt festzuhalten, dass alle Gerichte sehr zugänglich waren. Es wurden keine „verrückten“ oder „gewagten“ Geschmäcker aufgetischt, sondern schlichtweg sehr gute, gehobene und regionale Küche. Mit großer Freude werde ich wiederkommen.

Restaurant KARRisma in Lindau

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