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360° Panorama Konstanz: Eine neue Zeitreise am Bodensee

Kunst, Geschichte und spektakuläre Architektur direkt am Seerhein: Mit dem 360° Panorama Konstanz gibt es seit September 2026 eine neue Attraktion am Bodensee. Im Mittelpunkt steht ein monumentales Panorama des international bekannten Künstlers Yadegar Asisi, das Besucherinnen und Besucher mitten hinein in das Konstanz zur Zeit des berühmten Konzils von 1414 bis 1418 versetzt.

Am 12. September 2026 wurde das Panorama Konstanz mit der Weltpremiere von Yadegar Asisis Werk „KONSTANZ 1414–1418“ eröffnet. Entstanden ist ein neuer Kultur- und Erlebnisort an der Reichenaustraße am Seerhein, der Geschichte nicht nur zeigt, sondern erlebbar machen möchte.

Eine Zeitreise mitten ins mittelalterliche Konstanz

Wer das 360° Panorama betritt, steht nicht einfach vor einem Bild. Das Panorama umgibt die Besucherinnen und Besucher vollständig und eröffnet auf mehr als 3.200 Quadratmetern Bildfläche einen Blick auf das mittelalterliche Konstanz.

Im Mittelpunkt steht das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418 – ein Ereignis von europäischer Bedeutung, das Konstanz für vier Jahre zum Schauplatz von Politik, Religion und gesellschaftlichem Leben machte. Drei Päpste, ein Kaiser und zahlreiche Fürsten, Geistliche und Gesandte kamen damals in die Stadt.

Yadegar Asisi nimmt die Besucher mit in diese außergewöhnliche Epoche. Zu entdecken gibt es nicht nur historische Persönlichkeiten wie König Sigismund, Jan Hus oder Papst Martin V., sondern auch zahlreiche Szenen aus dem Alltag: Menschen auf den Straßen, Handel, Feste, Begegnungen und das geschäftige Leben der mittelalterlichen Stadt.

Besonders eindrucksvoll ist das Zusammenspiel aus Bild, Licht und Klang. Wechselnde Lichtstimmungen und eine eigens komponierte Klangkulisse lassen das Panorama im Laufe des Besuchs immer wieder anders wirken. Je länger man hinschaut, desto mehr Details werden sichtbar, und genau darin liegt ein großer Teil des Reizes.

Ein Kunstwerk, in das man hineingeht

Der Künstler Yadegar Asisi ist für seine monumentalen 360º-Panoramen bekannt. Geboren in Wien und aufgewachsen in der DDR als Sohn persischer Eltern, studierte er zunächst Architektur und später Malerei. Heute zählt er zu den bekanntesten Panorama-Künstlern Europas.

Seine Werke verbinden historische oder landschaftliche Themen mit einer besonderen räumlichen Inszenierung. In Konstanz widmet er sich erstmals ausführlich der Geschichte dieser Stadt und dem Konstanzer Konzil.

Das Besondere: Man betrachtet das Kunstwerk nicht aus einer einzigen Perspektive. Stattdessen steht man inmitten der dargestellten Welt. Der Blick kann über die Dächer der mittelalterlichen Stadt wandern, in einzelne Straßenszenen eintauchen oder nach bekannten Persönlichkeiten suchen. Asisi versteht den Besucher dabei als „Regisseur seines eigenen Sehens“

Schon das Gebäude ist eine Sehenswürdigkeit 

Auch außerhalb des Panoramas lohnt sich ein Besuch. Das Gebäude selbst ist zu einem neuen architektonischen Anziehungspunkt in Konstanz geworden.

Der von sauerbruch hutton entworfene Bau ist rund 50 Meter hoch und fällt bereits von weitem durch seine ungewöhnliche, farbige Fassade auf. Die dreidimensionale Hülle aus farbigen Streckmetallelementen verändert je nach Blickwinkel und Lichteinfall ihre Wirkung. Dadurch scheint sich die Fassade beinahe zu bewegen. Das architektonische Konzept wird als „kinetische Polychromie“ bezeichnet.

Im Inneren befindet sich ein mehr als 30 Meter hoher Panoramaraum, der dem monumentalen Kunstwerk seine besondere Wirkung verleiht. Das Gebäude verbindet dabei Ausstellung, Architektur, Gastronomie und Aussicht zu einem Gesamterlebnis.

Interessant ist auch die Konstruktion des Gebäudes: Der mehr als 30 Meter hohe Panoramaraum kommt ganz ohne störende Stützen aus.
Möglich macht das eine außergewöhnliche Holz-Hybridkonstruktion, bei der Holz und Beton miteinander verbunden werden. Der Einsatz des hohen Holzanteils sorgt nicht nur für die besondere Konstruktion, sondern reduziert auch den benötigten Beton und damit verbundene COz-Emissionen. Mit rund 52 Metern Höhe zählt das Panorama zudem zu den bemerkenswerten Holzbauprojekten in Baden-Württemberg.

@Helmuth Scham

360°-Blick über Konstanz und den Bodensee

Zum Gesamtkonzept gehört auch eine öffentlich zugängliche Dachterrasse. Von rund 50 Metern Höhe eröffnet sich künftig ein 360°-Rundumblick über Konstanz, den Seerhein, den Bodensee und bis zu den Alpen.

Die Eröffnung der Dachterrasse ist für Oktober 2026 vorgesehen. Dort soll auch das Restaurant des Panorama Konstanz seinen Platz finden. Damit soll der Besuch künftig nicht mit dem Ende der Ausstellung abgeschlossen sein: Aussicht, Gastronomie und Kultur sollen zu einem Ort zusammenwachsen, an dem man auch länger verweilen kann.

@Helmuth Scham

Öffnungszeiten und Eintritt

Das Panorama Konstanz ist aktuell täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. An Heiligabend, dem 24. Dezember, bleibt die Ausstellung geschlossen.

Der Eintritt für Erwachsene beginnt derzeit bei 18,50 Euro, ermäßigte Tickets kosten 16,50 Euro. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen 10 Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Für Familien gibt es ebenfalls spezielle Tickets.

Gerade an Wochenenden und in den Ferien empfiehlt sich die Buchung eines Online-Zeitfensters.

 

Anreise und Parken

Reichenaustraße 110

78467 Konstanz

Wer mit dem Auto kommt, kann das Parkhaus Europabrücke nutzen. Es liegt nur wenige Gehminuten vom Panorama entfernt. Die Stadtwerke Konstanz geben aktuell einen Preis ab 1 Euro pro Stunde für bestimmte Parkebenen an; das Parkhaus ist rund um die Uhr geöffnet.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Panorama gut erreichbar. Vom Hauptbahnhof führen unter anderem die Buslinien 6 sowie 13/4 und der City Shuttle in Richtung Europabrücke beziehungsweise Neuwerk. Der Bahnhof Konstanz-Fürstenberg ist ebenfalls etwa zehn Gehminuten entfernt.

@Helmuth Scham

Unser Fazit

Mit dem 360° Panorama bekommt Konstanz einen neuen Ort, der Geschichte anders erzählt. Statt sich nur mit Texten und Vitrinen zu beschäftigen, taucht man mitten in eine vergangene Welt ein. Das Konstanzer Konzil wird zum Erlebnis, die Architektur selbst wird zum Hingucker und mit der geplanten Dachterrasse kommt noch ein spektakulärer Blick über Stadt und Bodensee hinzu.

Für einen Ausflug am Bodensee lässt sich das Panorama außerdem wunderbar mit einem Spaziergang am Seerhein, einem Besuch der Konstanzer Altstadt oder einem Aufenthalt an der Uferpromenade verbinden.

Unser Tipp

Zeit mitbringen und nicht nur einmal rundherum schauen. Im Panorama gibt es so viele kleine Szenen und Details zu entdecken, dass sich ein zweiter Blick definitiv lohnt.

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